Für die Tonne – Lebensmittelverschwendung Teil III

Für die Tonne – Lebensmittelverschwendung Teil III

Hallo zusammen und herzlich willkommen zum letzten Teil unseres Beitrag Specials auf rurthmachmut.de!

Zwischen Corona Panik, Hamsterkäufen und Schlagzeilen über Desinfektionsmittelklau und Dosenbrotboom, da komme ich euch noch mit dem Thema Lebensmittelverschwendung um die Ecke! Sorry, ich hoffe ihr habt starke Nerven oder im besten Fall nehmt ihr die ganz Panik zwar wahr, aber sie bestimmt nicht euren Lebensalltag! Wie immer möchte ich euch nicht mit viel Schnickschnack auf halten.

Here we go!

In den letzten zwei Beiträgen [Part I, Part II] haben wir uns die Probleme bei den Herstellern, in den Läden und bei den Gastronomiebetrieben angeschaut. Hier wird oft schnell klar, auch bei der dortigen Verschwendung von Lebensmitteln, welche wir noch nicht gekauft haben, sind wir trotzdem schon ein Teil der Kette ohne in direkten Kontakt zu stehen.

Lebensmittelverschwendung beim Endverbraucher:

  • Die Einkaufswagen sind voll. Voll bis zum Rand. Wir kaufen was das Zeug oder viel mehr der Wagen hält, damit, wenn der Fall der Fälle eintritt, wir auch jegliche Gelüste stillen können. Vielleicht habe ich ja morgen Bock auf eine Avocado? Heute Abend gibt’s erst mal ein Mettbrötchen! Sonntag könnte ich ja eigentlich einen Kuchen backen mit Quark. Besser direkt mal eine Packung mitnehmen. Zack! Da haben wir das Dilemma.. Die Avocado ist schon am nächsten Tag matschig und riecht fürchterlich. Am Abend gab es doch kein Mettbrötchen, weil wir mit Freunden spontan Sushi essen waren. Naja und Bock auf backen am Sonntag war auch irgendwie nicht so da und der Quark ist von vorne, in die Mitte und ins hintere Eck im Kühlschrank gewandert. Jetzt wird er vergessen und nächsten Monat hat er es endlich geschafft und wird mit einem „Oh, an den habe ich ja gar nicht mehr gedacht… Naja, kost ja nix dat Zeug.“ entsorgt.
  • Wir wollen zeigen das es uns gut geht und wir uns was erlauben können, sprich „Zeigen wat man hat“. Auch ein ganz schlimmer Komplex, wo der Schuss meist nur nach hinten bzw. in die Tonne losgehen kann. Macht lieber ein gutes Gericht für euren Besuch, welches sie so schnell nicht vergessen werden, statt den Tisch so zu überladen als ob ihr noch 10 Wikinger eingeladen habt.
  • Der Kunde ist (und isst wie) König und dies wollen wir mit vollen Regalen bestätigt bekommen. Egal ob das Geschäft morgens im Halbschlaf vor der Arbeit betreten wird um sich seinen Eiskaffee im Plastikbecher und ein Brötchen vom Bäcker zu holen oder abends nach der Arbeit, wenn der große Hunger durchstartet, da der Salat von der Salatbar im Supermarkt nicht gereicht hat. Vom Endverbraucher wird erwarte zu jeder Uhrzeit alle Lebensmittel kaufen zu können. Egal ob frisch von der Fleisch-/ und Käsetheke oder aus dem TK Bereich. Endverbraucher wollen um 20:38 Uhr noch Bananen und Mangos kaufen und erwarten dies als eine Selbstverständlichkeit auch noch zu können. Somit ist der Handel im Zwang die Ware noch kurz vor Ladenschluss frisch nach zu füllen um davon einen Teil, zum Beispiel von schnell verderblicher Ware wie Himbeeren und Beeren allgemein, schon teils am nächsten Tag wieder entsorgen zu müssen.
  • Reste vom Abendessen werden entsorgt, denn Resteessen ist für die feine Gesellschaft nichts! Im Restaurant ist die Mahlzeit zu groß? Der Rest geht zurück. Zurück in die Küche und dann in die Tonne. Hierzu möchte ich anmerken, dass ich es begrüße, wenn Restaurant selber fragen, ob man den Rest mitnehmen möchte. Ich für meinen Teil habe mich dafür noch nie geschämt. Erstens bezahle ich dafür, zweitens mein Bauch hat in ein paar Stunden eh wieder Bock auf Futti und drittens mir wurde von meiner Familie immer Wertschätzung für Lebensmittel beigebracht. Aber wenn es die Kunden halt eben nicht fragen, so sollen die Gastronom*innen doch einfach von sich selber aus fragen, denn ich denke viele Gäste wollen Futti mit nach Hause nehmen, schämen sich aber zu fragen, denn wir sind ja nicht „bei armen Leuten“.
  • Da ist es wieder! Das Mindesthaltbarkeitsdatum! Es schwabbert in unserem Kühlschrank und Schränken herum und sorgt bei den meisten immer noch für Angst und Schrecken. Bei manchen ist ein Tag davor schon ein Drama. Für andere der tatsächlich Tag und manche sind so unglaublich mutig und essen ein Tag danach waghalsig abgelaufene Nudeln! Bitte, bitte nehmt das MHD nicht allzu ernst. Es ist das Datum bis zu welchem den Geschmack garantiert wird, jedoch kein Verzehrdatum. Also, das Datum, bis wann man das Lebensmittel auf jeden Fall verzehrt haben sollte.

Wie schließen wir dieses Beitrags Special nun ab? Mir fehlen da ein wenig die richtigen Worte.. Sind wir, die Privatpersonen, die wirklichen Sündenböcke? Heizen wir den Ofen hier so richtig an bis nichts mehr geht? Nach oben ist kein Ende in Sicht, aber muss dies wirklich sein? Was können wir tun um diesen Zug der Verschwendung endlich von seiner rasanten Fahrt in das Verderben zu stoppen?

Wir müssen aufhören Lebensmittel als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Während wir uns immer mehr übersättigen und fleißig Lebensmittel wegschmeißen, aus welchen Gründen auch immer, verhungern Menschen und schaffen es nicht ihre Kinder ernähren zu können. Dies muss unsere Augen öffnen! Unsere Dekadenz muss zwingend aufhören. Wir müssen Lebensmittel so wertschätzen wie es früher einmal war. Das schönste Beispiel für mich ist immer der Sonntagsbraten und die Reste, welche es davon, am Montag gab. Die Familie kam auf einem Sonntag in der heimischen, meist viel zu engen Küche mit Kind und Kegel zusammen, es wurde geschmaust und man fühlte sich wie die Könige, ohne sich jemals so überheblich wie diese verhalten zu haben. Es war etwas ganz besonderes und die Freude, auf einem Montag, auch nochmal einen kleinen Rest von dem Braten essen zu dürfen, war wohl etwas so besonderes, dass unsere Großeltern davon immer noch berichten. Lasst uns doch bisschen mehr Sonntagsbraten Typen werden und weniger König von Deutschland. Auch wenn ich Rio sehr mag.

Ruth

Ruth

Hallo und herzlich willkommen ihr Andersmacher, Sonderlinge und Ökolatschenträger! Ich bin Sandra und die Person hinter dem Blog ruthmachtmut.de. Dich interessieren regionale und globale Beiträge sowie Tipps rund um die Themen Umwelt, Nachhaltigkeit oder Klimaschutz? Du hast Lust auf DIYs? Dann wirst du hier sicherlich noch viele interessante Beiträge finden!

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