Für die Tonne – Lebensmittelverschwendung Teil II

Für die Tonne – Lebensmittelverschwendung Teil II

Hallo ihr kleinen und großen Wichtel und herzlich willkommen zurück auf ruthmachtmut.de! Ich hoffe ihr hattet eine gute Woche und habt euch nicht so stressen lassen. Der ganze Stress bringt am Ende des Tages eh nichts. 🙂 Außerdem hatte der Februar einen Tag extra in der Tasche, welchen ihr hoffentlich mit dem verbracht habt was euch glücklich macht.

Mit dem heutigen Beitrag geht es in unserem mehrteiligen Beitrags Special zum Thema „Lebensmittelverschwendung“ weiter. Im letzten Beitrag haben wir uns die Problematiken bei den Herstellern / Bauern angeschaut, welche immens dem Druck des Handels und indirekt der Endverbraucher ausgesetzt sind. Die Hersteller reagieren auf das was der Markt will.

Wo wir beim heutigen Schwerpunkt angelangt sind.

Die Verschwendung beim Händler und in der Gastronomie:

  • Wie viele Leute werden wohl heute kommen und welchen Hunger werden sie mitbringen? Eine Frage welche in der Gastronomie wohl einem Blick in die vernebelte Glaskugel gleicht. Wie kann man dies überhaupt planen? Der Kunde erwartet jedes Menü auf der Karte frisch serviert zu bekommen. Egal ob er Hüngerchen auf eine Dorade, ein Pfeffersteak oder ein Salat hat. Ich will. Ich bekomme. Dies bedeutet für die Gastronom*innen im Klartext: Lebensmittel kaufen um jeden Geschmack und jedes Verlangen bedienen zu können. Oh, heute hatte keiner Lust auf Dorode.. schade aber auch.. Das Fazit: Lebensmittel für die Tonne!
  • Der Endverbraucher will etwas für sein Geld bekommen. Klar dies ist sein gutes Recht und darf auch gerne erwartet werden, aber sollte Essen auch mit Bedacht und Wertschätzung bestellt werden. Muss es Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise sein? Warum nicht nur die Hauptspeise und dafür den Tellerinhalt aufessen? Denn wer kennt es nicht? „Hat es ihnen geschmeckt?“ – „Ja, war aber viel zu viel.“ Die Gastronom*innen sollen also viel liefern, weil der Endkunde es erwartet, gleichzeitig ist es aber oft genug zu viel auf dem Teller. Das Fazit ist hier auch mal wieder: Lebensmittel für die Tonne!
  • Der Lebensmittelhändler steht vor derselben Zwickmühle. Soll man etwa beim Produzenten so einkaufen, dass man weniger wegschmeißen muss, der Kunde aber unzufrieden mit der Auswahl ist oder den, eh schon fetten, Markt weiter damit beglücken die Regale bis zum späten Abend voll mit dem frischesten Obst, Gemüse, Fleisch und Käse zu stopfen? Die Frage ist selbsterklärend. Die Regale werden voll geprügelt bis zum Gehtnichtmehr. Es ist 19:23 Uhr du willst eine Mango? Klar bekommst. Du willst noch ein Lachsfilet? Kein Ding. Schau dich um. Wir haben noch 15 kg in der Theke liegen! Wo du schon gerade hier bist! Lust auf Erdbeeren? Kommen gerade frisch aus der Kühlung. Am späten Abend wird dann mit Argusaugen aussortiert. Was ist gut für den nächsten Tag und was geht in die Tonne? Hier bedeutet in die Tonne nicht dass es sich hierbei immer um schlechte Ware handeln muss. Sondern auch..
  • Ware welche kein optisches Highlight mehr ist wird aussortiert. Denn der Kunde erwartet eine erstklassige Paprika mit einem satten Rotton und stramm wie die Schenkel eines Rennradfahrers. Aber nicht nur bei frischen Lebensmitteln wird beim Aussortieren das Schicksal durch die Optik besiegelt. Auch bei Dosen und generell Lebensmitteln mit Verpackung. Ein eingedötschter Karton oder eine Dose mit Beule wird ein Ladenhüter und signalisiert den Kunden leider noch viel zu oft „Damit stimmt was nicht.“ und was passiert? Kostbares Essen geht in die Tonne und Ressourcen werden verschwendet nur weil das Aussehen darüber entscheidet, ob die Ware noch vermarktunsfähig ist.
  • Der Handel hat dementsprechend auch schon bei der Anschaffung kein Herz für „ugly food“. Also hässliches Essen. Möhren, welche krumm sind oder noch einen kleinen Kumpel bei sich tragen, Äpfel, welche vom Hagel leicht einen auf die Runkelrübe bekommen haben oder Gurken, welche den Namen Schlangengurke durch ihre Form verdient haben. Der Handel möchte diese auf keinen Fall in der Auslage präsentieren, dementsprechend darf der Produzent und Bauer die Lebensmitteln direkt entsorgen, da kaum ein Abnehmer dafür im Handel gefunden wird.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum (Sorry, da kann ich mich gerade nicht zügeln! Ich hasse es!) hat dieselbe imponierende Macht wie das Aussehen der Lebensmittel. Das MHD ist das Monster in den Kühlregalen und Auslagen. Das EU-Recht sieht vor, dass fast alle Lebensmittel mit diesem Datum gekennzeichnet werden und uns somit den Zeitraum zeigen bis wann die Lebensmittel mindestens zum Verzehr geeignet sind und hier haben wir das große Problem. Mindestens. Mindestens bedeutet nicht spätestens. Dies ist kein Verfallsdatum, jedoch entsorgen die Supermärkte die Lebensmittel schon vorab. Einige Zeit vorab. Denn der Endverbraucher will Ware welche frisch ist und dies wird unter anderem mit dem MHD in den Köpfen der Endverbraucher geprägt.
  • Gutes von gestern. Wenn sich ein Laden dazu herablässt Lebensmittel, welche nicht mehr so toll aussehen oder das MHD fast erreicht haben, zu Verkaufen, sieht es so stiefmütterlich aus, dass es niemanden wundert, dass davon kaum etwas gekauft wird. Lieblos liegen die Sachen in einem Korb in irgendeiner Ecke im Laden. Es wird wie Ramsch präsentiert und dies ist es auch in den Augen der Verbraucher. Somit wird es nicht verkauft und landet nur etwas später in der Tonne.

Ihr kleinen Wichtelkinder, ihr seht, es gibt, genauso wie beim Produzenten, unglaublich viele Faktoren im Handel, welche am Ende des Tags dafür sorgen, dass verzehrbare Lebensmittel entsorgt werden. Auch hier sind vor allem wir als Endverbraucher wieder ein großer Teil der Verschwendung.

So kommen wir zum Ende in diesem Teil des Specials. Im kommenden geht es um, die wahrscheinlich größte, Ursache des ganzen Teufelkreises. Uns. Den Endverbrauchern.

Bis dahin wünsche ich euch alles Gute und habt einen schönen Sonntag.

Ruth

Ruth

Hallo und herzlich willkommen ihr Andersmacher, Sonderlinge und Ökolatschenträger! Ich bin Sandra und die Person hinter dem Blog ruthmachtmut.de. Dich interessieren regionale und globale Beiträge sowie Tipps rund um die Themen Umwelt, Nachhaltigkeit oder Klimaschutz? Du hast Lust auf DIYs? Dann wirst du hier sicherlich noch viele interessante Beiträge finden!

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