Vorhang auf für ökologisches Waschpulver!

Vorhang auf für ökologisches Waschpulver!

Let’s do it! So hieß es zumindest im letzten Beitrag. Starten möchte ich mit einem Produkt, das ich als erstes auf meinem Weg zu DIY ausgetauscht habe und zwar ganz schnödes Waschpulver. Ohne Firlefanz.

Damals war es nicht nur der Gedanke von Nachhaltigkeit, der mich zum Wechsel bewegte. Frisch ausgezogen und nicht mehr bei Muddi merkte ich schnell, wie teurer Waschpulver im gefühlten 500 kg Karton doch einfach ist. Eine Alternative musste also her. Eine Alternative, die auch die dreckigen Arbeitsklamotten von meinem Kerl wieder sauber bekommt.

Dieses Waschpulver ist nicht nur ruckzuck zubereitet, preiswert, meiner Meinung nach ergiebig und umweltschonend, sondern man weiß genau, was drin ist und die Wäsche wird damit genau so sauber. Nur von einem muss man sich erst einmal trennen: dem Gedanken, dass frische und saubere Wäsche auch stark duften muss. Das ist nämlich nicht so, wird uns aber seit früher Kindheit durch industrielle Waschmittel suggeriert. Wie ihr dennoch Duft in eure saubere Wäsche bekommt, erfahrt ihr später im Beitrag.

Für das Waschpulver braucht ihr folgende Zutaten/Materialien, die ihr entweder zuhause habt oder in der Drogerie/Biomarkt findet:

  • eine Schüssel
  • eine Küchenreibe
  • ein altes und relativ großes Schraub-/Einmachglas
  • 100 g Kernseife
  • 150 g Soda (in Pulverform, keine Kristallsoda)
  • 150 g Natron

Alternativ dazu:

  • 100 g Spülmaschinensalz (je nach euren Wasserwerten, in GE ist dies bspw. nicht nötig, da wird weiches Wasser haben)
  • 100 g Zitronensäure (als Pulver; für weiße Wäsche, damit diese keinen Grauschleier bekommt)
  • ätherische Öle, die für euch angenehm riechen
nur wenige Zutaten und Hilfsmittel werden benötigt

Sobald ihr die Zutaten zusammen habt, könnt ihr auch schon mit der Zubereitung beginnen. Plant euch dafür maximal 15 Minuten ein. So lange dauert es, wenn ihr euch Zeit lasst oder mal eine Pause beim Seife-Reiben braucht.

Schritt 1:

Dieser Schritt erfordert Krafteinsatz, aber ich verspreche euch, das geht auch.

Reibt die Kernseife mit Hilfe der Küchenreibe. Nutzt dabei einen möglichst kleinen Einsatz, bzw. die Seite der Reibe mit den kleinsten Riffeln, damit sie jetzt bereits schön fein ist. Das spart euch später ein wenig Arbeit.

Küchenreibe mit feinen Riffeln und Kernseife

Achtung Erfahrungswert: Nutzt dafür keine Küchenmaschine wie etwa einen Mixer oder den Thermomix. Letztes habe ich bei meinem ersten Versuch genutzt. Ende vom Lied: Eine einzige Masse unterhalb der Schneidemesser. Das war vielleicht eine unschöne Arbeit, das wieder sauber zu bekommen.

Schritt 2:

Nachdem ihr die Kernseife gerieben habt, erhaltet ihr bereits eine Art Pulver [Abb. links]. Dieses zerbröselt ihr noch ein wenig mit den Fingerspitzen, damit es noch feiner wird. Dadurch kann es in der Maschine später besser wirken. Wie es vorher und nachher aussieht, seht ihr anhand der Bilder [Abb. rechts].

Nun kommen die restlichen Zutaten in die Schüssel. Rührt diese sachte zusammen (damit nicht alles aufwirbelt und in euren Lungen landet) und füllt es zur Aufbewahrung in ein Glas eurer Wahl. Dieses sollte luftdicht zu verschließen sein. Meins ist das eines bekannten Nuss-Nougat-Creme Herstellers, das ich noch zuhause rumfliegen hatte. Dort passt eine Fuhre des hier gemachten Waschpulvers super rein. Ihr könnt auch jedes andere Glas bzw. auch mehrere Gläser nehmen, das/die ihr noch zuhause habt.

Et voila: Euer selbst hergestelltes Waschpulver ist schon fertig.

Anwendung:

Die Anwendung ist wie anderes Waschpulver auch. Gebt je nach Größe eurer Wäsche 1 bis 2 EL Waschpulver in das entsprechende Fach. Bei stark verschmutzter Wäsche ggf. auch mehr.

Falls ihr möchtet, dass eure Wäsche duftet, könnt ihr noch ein paar Tropfen ätherisches Öl zu eurer Wäsche geben.

Tipps:

  • Sollte euer Waschpulver mit der Zeit klumpen, füllt ein paar EL Reis in ein Säckchen, legt es in euren Behälter mit dem Waschpulver und es beginnt gar nicht erst zu klumpen.
  • Nutzt dieses Rezept nicht für Wolle und Seide! Dafür kann ein anderes Waschmittel genutzt werden.
  • Für weiße Wäsche solltet ihr 100 – 150 g Citronensäure (als Pulver) hinzugeben. Die Menge variiert nach dem Kalkgehalt in eurer Wohngegend. Aber Achtung: Citronensäure hat eine leicht bleichende Wirkung, daher bitte nur mit Bedacht bei dunkler Wäsche nutzen.
  • Ersetzt euren Weichspüler durch normalen Haushaltsessig. Keine Sorge, man riecht das nicht! Die Wäsche wird aber wunderbar weich und der Essig verhindert, dass sich Seifenreste in den Fasern ansetzen (besonders gut bei dunkler Wäsche).
  • Für Diejenigen, die einen Wäschetrockner nutzen: Ihr bekommt einen angenehmen Duft auch ganz einfach in die Wäsche, indem ihr einen Waschlappen mit ein paar Tropfen ätherischen Öls mit in die zu trocknende Wäsche legt. Ein leichter Duft bleibt auf der fertigen Wäsche zurück.

So leicht stellt ihr euer eigenes Waschpulver her!

Lasst mir doch gerne einen Kommentar da, falls ihr noch Fragen habt, euch ein besonderes DIY wünscht oder eure Erfahrungen teilen wollt!

Viel Spaß beim Nachmachen! 🙂

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Sophie

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