Das Sixpack Trauma und Mikroplastik im Meer

Das Sixpack Trauma und Mikroplastik im Meer

Wer kennt es nicht, dieses quietschende Geräusch von einem Sixpack PET Flaschen aus dem Discounter von nebenan. Wasser, Softdrinks, teils sogar schon Milch. Bei jedem Schritt den man den Sixpack hin und her hievt, quietschen die Flaschen unüberhörbar schrecklich aneinander bis sie den Weg vom Supermarkt, zum Kofferraum des Autos bis hin in die eigenen vier Wände gefunden haben.

Dieses einmalige Geräusch hat sich seit meiner Schulzeit so stark in mein Hirn eingebrannt, dass ich direkt kleine Zuckungen im Gesicht bekomme, wenn ich höre, wie sich ein Nachbar im Hausflur mit zwei Sixpacks das Treppenhaus hoch schleppt. Da stellen sich mir bis heute noch die Nackenhaare hoch!

Die Flaschen fand ich schon irgendwie immer ziemlich öde. Sie waren mir viel zu wabbelig beim Trinken (Flaschenkind olé) und sahen so ätzend auffällig aus in ihrem Blau und Grün. Ich kam mir damit immer vor wie Leuchtreklame in einem Dorf der Amischen. Hinzu kam noch sich damit draußen sehen zu lassen, war für mich gefühlt genauso peinlich, wie mit der Aldi Tüte zur Schule zu gehen in welcher sich mein Kram für den Kunstunterricht befand. 😀

Tja, so war das halt. PET Flaschen waren Anfang der 2000er Jahren, nach meinem Empfinden, gefühlt der neuste Schrei im Discounter. Quasi #musthave.

Nun mittlerweile schon einige Jahre aus dem Haushalt meiner Eltern ausgezogen, gab es bei mir und meinem Freund anfangs Mineralwasser aus Glasflaschen. Als passionierte Wassertrinker, junge Menschen, welche ihren Kasten selber schleppen können und motiviert darin Müll zu vermeiden, alles kein Problem. Seit ca. 2 Jahren gibt es nun auch kein Mineralwasser mehr aus Glasflaschen.

Nun wird selber frisches Trinkwasser aus dem Kran gezapft. Der gute Tropfen Kraneberger. Bei unserer sehr guten Wasserqualität in Gelsenkirchen kein Problem. Die Werte sind online bei Gelsenwasser einsehbar und auf einen viel besseren Prüfstand als die meisten Mineralwasser. Denn bei unserem Trinkwasser handelt es sich schließlich nicht umsonst um eines der besten kontrollierten Lebensmittel!

Einer der Gründe für mich PET Flaschen in unserem Alltag zu vermeiden, sind weder die oben genannte Wabbeligkeit und auch nicht die Peinlichkeit damit entdeckt zu werden. Diese Punkte, sind zum wahren Problem dieser Flaschen, rückblickend einfach nur lächerliche Probleme eines heranwachsenden Menschen.

Unsere Ozeane, welche weit mehr als die Hälfte unserer Erdoberfläche aus machen, versinken in einer nicht abnehmenden Flut aus Plastikmüll! Egal ob Strohhalme, Flip-Flops, Coffe-to-go-Becher, Flaschen oder Einwegbesteck und Teller. Dies alles schwimmt in großen Teppichen auf den Weltmeeren oder sinkt direkt in die Tiefen der Meere herab und bringt das Ökosystem völlig aus dem Gleichgewicht.

Mittlerweile gibt es fünf dieser großen „Plastikteppiche“ und der größte davon liegt zwischen Hawaii und dem Festland von Kalifornien. Ich kann für weitere Informationen die Themenseite von WWF [1] empfehlen.

Hierbei handelt es sich jedoch schlimmerweise nur um die Objekte, welche wir auf der Meeresoberfläche schwimmen und sich zu großen Inseln zusammenschließen sehen.

Aber was ist mit den Teilchen welche für das menschliche Auge nicht zu erkennen sind? Leider können wir hier nicht wie kleine Kinder die Hände vor die Augen legen frei nach dem Motto: „Was ich nicht sehe, das sieht mich auch nicht.“

Mikroplastik ist mittlerweile zu einem immensen Problem auf unserem Planeten herangewachsen. Hier lauert für jeden Bewohner unseres noch grünen Planeten ein Feind, welcher unsichtbar agiert und verheerende Folgen für uns alle haben kann. Kleiner als 5mm macht es sich breit und kein Halt ist in Sicht. Mikroplastik wird z. B. in Kosmetik verwendet um Peelings herzustellen oder für Zahnpaste und glitzernde Seifen.. Auch entsteht Mikroplastik durch Abreibung von Alltagsgegenständen.

Die Bemühungen diese Teilchen aus dem Wasser filtern zu können sind da, aber dies gleicht einer Mammutaufgabe.

Hier sind wir leider auch nicht bei der Spitze des Eisbergs angekommen. Mittlerweile ist Mikroplastik nicht nur in Fischen [2] sondern auch in ersten Stuhlproben von Menschen [3] nachweisbar. Was das für unsere Zukunft bedeutet kann man nur mutmaßen, aber wir können davon ausgehen dass die kommende Zeit nichts Gutes für uns bereithalten wird.

*Werbung, da Nennung von Marken

Ruth

Ruth

Hallo und herzlich willkommen ihr Andersmacher, Sonderlinge und Ökolatschenträger! Ich bin Sandra und die Person hinter dem Blog ruthmachtmut.de. Dich interessieren regionale und globale Beiträge sowie Tipps rund um die Themen Umwelt, Nachhaltigkeit oder Klimaschutz? Du hast Lust auf DIYs? Dann wirst du hier sicherlich noch viele interessante Beiträge finden!

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