Schön sehen sie aus! Fein säuberlich aufgereiht und gestapelt! Mit einem Deckel aus Bambus oder komplett aus dem glänzenden Metall. Zwei Klammern halten den Deckel fest auf der Dose und das passende Besteck liegt auch direkt parat.

Als ob dies nicht schon genügt, stehen neben diesen feschen Aludosen auch noch stylische Trinkflachen aus Glas samt Edelstahlstrohhalm, Bienenwachstücher fürs Bütterchen und quer durch die Küche verteilt kleine Einmachgläser ordentlich und gleichzeitig doch eigensinnig und individuell in Regalen aus neuen, alten Holzkästen oder Palettenregalen verstaut. Die Regale sind natürlich alle #diy, #selfmade. Versteht sich ja von selbst.

„So geht das also mit dem less waste..“, denke ich mir und esse meinen Nudelsalat mit Pinienkernen und Kirschtomaten aus meiner alten, fliederfarbenen Plastikbox, welche ich von Muddi zum Auszug feierlich überreicht bekommen habe, weiter.

Irgendwie frustrierend wie es bei manchen Bloggern den Anschein macht als ob sie super stylisch durchs Leben gehen und kein Hauch von Umweltsünder sind und jemals waren.

„Pfui! Die benutzt ne Plastikbox fürs Frühstück. Ihhh! Der hat ne Plastikflasche beim Sport dabei. Schande! Schande! Die Kinder essen vom Plastiklöffel aus der Erbmasse von Omas alter Küche!“

Irgendwie wurmt es mich nicht auch so dolle Aludosen in allen verschiedenen Formen und Größen zu haben. Hatte ich doch erst letztens eine in Münster in meinen Händen gehalten und fand diese einfach suuuper schick! Auch mit diesen Häkchen zum Verschließen und einfach total #lesswast und stylish!

Naja, gekauft habe ich sie trotzdem nicht, denn ich habe ja schließlich meine Plastikbomber die Zuhause auf mich warten.. Wobei da ist ja letztens auch eine kaputt gegangen und eigentlich bräuchte ich ja auch… ach egal.

Müssen wir uns denn wirklich fast schlecht fühlen, weil wir alte Schätzchen an Dosen, Becher und deren Kollegen benutzen? – Ganz klar: Nein!

Glaubt ihr nicht auch bei den super, hippen Bloggern schlummert nicht auch irgendwo eine kleine oder auch große Sünde im Schränkchen?! Eine Schüssel, ein Kaffeebecher, Besteck oder ein Becher aus Plastik..?

Na, also ich denke schon und bin mir da ziemlich sicher. Ich hoffe nämlich nicht, dass all die Plastikboxen und Co. im Müll gelandet sind, weil es nicht mehr zu dem selbst gewählten Lebensstil passt. Das wäre für mich die Blasphemie in Tüten (natürlich aus Papier)!

Ich spreche mich ganz klar dafür aus die alten Schätzchen so lange zu benutzen bis sie den Geist aufgeben! Klar sehen die Boxen nicht so dolle aus und auch haben eure, genauso wie meine, die besten Zeiten wohl hinter sich, aber sie erledigen doch noch ihren Zweck, oder? 🙂

Also ich nutze meine weiterhin zum Einfrieren von Lebensmitteln, Mitbringen von Mahlzeiten oder zur Aufbewahrung von Zutaten wie Mehl, Hafer & Co.!

Das zählt für mich einfach zu dem bewussten Umgehen mit Ressourcen dazu. Etwas benutzen bis es den sogenannten Geist aufgibt. Klar würde ich mich heute nicht mehr für Boxen aus normalen Plastik entscheiden, aber früher war es Gang und Gebe. Wir erinnern uns doch sicher an die weltbekannten Butterbrotsdosenpartys unserer Mütter in den 90ern.

Meine Mama hat heute noch eine wunderschönschreckliche, orangene Box um Nudeln ab zu tropfen bzw. um einen Salat aufzubewahren. Das Ding ist locker 30 Jahre alt, denn ohne diese Box kenne ich den Haushalt meiner Eltern eigentlich nicht! 😀

Was ich hiermit nur sagen möchte: Macht euch nicht zu viel Stress less waste oder sogar zero waste zu werden! Die Bilder, welchen einem in der leider teils oft viel zu unrealen Welt des Internets um die Ohren geknallt werden, sind bei vielen doch oft fragwürdig und nur mehr Schein als Sein. Klar es gibt dort echt Typen die einfach mal ihr ganzes Leben umgekrempelt haben und nun selber mega zufrieden zero waste leben, aber ihr solltet euer Umweltbewusstsein so ausloten, dass es für euch noch machbar ist und nicht zur Qual wird. 🙂

Das man auch für einen persönlich unangenehme Dinge ändern muss, steht wohl außer Frage und ist für die heutige Zeit nicht mehr zu umgehen, aber auf Biegen und Brechen absolut gar keinen Müll mehr zu erzeugen finde ich selber wirklich nicht so einfach.. ich wünschte man hätte es uns schon im Kindergartenalter beigebracht bewusst mit Ressourcen umzugehen und in der Grundschule ein Fach wie „Ökologie“ eingeführt. Somit wäre meine Generation wohl schon früher anders mit Dingen umgegangen und mit etwas Glück wäre ja vlt. sogar damals schon eine Greta dabei gewesen.

Von mir aus auch ne Erna. Ernas können sicher auch die Welt verändern.


Bei uns Zuhause wurden mittlerweile auch ein paar Sachen getauscht. Plastikflaschen, welche nicht dicht waren, gegen neue Thermosflaschen aus Alu, eine Glasflasche für die Arbeit um mir Wasser an unserem Wasserzapfsystem holen zu können und Dosen aus Bio Plastik von einem schwedischen Hersteller fürs Zelten und Campen.

Allgemein nutze ich mittlerweile viel Altglas um selbstgemachte Marmelade abfüllen zu können, eingelegtes Gemüse aufzubewahren, selbstgemachten Sirup zu verschließen und so weiter.